Gravitonales Feld

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Das gravitonale Feld

Der Begriff ist wie die Quantenintonation mit einem leichten Augenzwinkern zu verstehen.

 

Der damit beschriebene Effekt ist allerdings von beträchtlicher Bedeutung für Komposition und Improvisation.

 

Improvisiere ich auf dem Klavier ganz in einer bestimmten Tonart, fällt es zunehmend schwerer, diese zu verlassen, ohne dass Töne falsch oder willkürlich klingen. Es ist ein durchaus wesentlicher Aspekt des Improvisierens, eine Balance von Bestätigung und Überraschung zu wahren. Zuviel Bestätigung macht die Musik trivial; zuwenig chaotisch.

 

Es gibt dabei viele Ebenen, die sich in ihrer selbstverstärkenden Gesetzmäßigkeit aber ähnlich sind.

Es gibt so etwas wie Trampelpfade logischer oder erwartungsgemäßer Tonverbindungen:

- systemische und kultur-gemeine

- Stilrichtungs-typische.

- individuell Musikertypische

- individuell Stück-typische (Motive etc.)

 

Eine einfache Möglichkeit Trivialität zu vermeiden, ist den harmonischen Aspekt dieses Feldes möglichst wenig zu bestätigen...

Ich gewinne dadurch sehr viel Freiheit Musik anderweitig zu gestalten - solche Musik hat allerdings die Tendenz "kalt" zu wirken, berührt eher den Intellekt als das Herz etc... und oft genug versteckt sich dahinter wieder nur Trivialtität

 

Man kann das ganze Phänomen am ehesten als "Feld" beschreiben und die einzelnen Ausprägungen als eine Art Feldlinien.

Ebenfalls hilfreich ist dieses berühmte Gummituch-bild der Gravitation.

 

Aus meinen praktischen Erfahrungen und dem direkten Vergleich mit der Klavierimprovisation kann ich ganz eindeutig sagen:

Je harmonischer der Zusammenklang der Töne ist, desto stärker ist die Kraft der harmonischen Bindung. Die Täler im Gummituch sind bei 19Tönen deutlich tiefer als bei 12Tönen; dazu kommt noch, dass die Bindungs-intensität für 3er und 5er etwa gleichstark ist, während bei 12 Tönen die 5er Bindung gegenüber der 3er sehr schwach ist.

 

Besser noch als mit dem Gummituch-bild kann man sich die Sache als eine hügelige Plastilin-landschaft vorstellen. Bestätigung vertieft ein "Tonal" eine Art Tal - je tiefer, desto mehr willens-spannung muss ich aufbringen um entweder das Tal enharmonisch zu erweitern oder die umgebenden Berge niedriger zu machen. Das ist mit 19Tönen SEHR viel schwieriger als mit 12; dazu kommt bei 12 noch die klare Dominanz der 3, die sich auch in der Struktur der Musik findet - diese Freiheit aufgrund der geringeren harmonischen Bindung dürfte für Musiker wie Bach ein großes Gewicht zugunsten des relativ unharmonischen gleichstufig-12stufigen Systems gehabt haben.

 

 

 

Michael Schmidt Trierer Str.49 53909 Zülpich Tel. 02252 81259 Mobil 0178 1530 967 ibau19@gmx.de